Wir sind begeistert von…

Peter Beutler – Kanderschlucht

Ein Serienmörder im Rotlicht-Milieu? Anfang der 1950er Jahre werden mehrere Prostituierte im Berner Oberland tot aufgefunden.

Michael Bärtschi, Kantonspolizei Bern ermittelt mit Max Schmocker, Militärjustiz lange in falscher Richtung. Dann nimmt der Fall eine Wendung über geheime, militärische Forschungen an „Freiwilligen“ zu einem brisanten Kriminalfall, der den schweizer Staat erschüttert.

Peter Beutler ist ein engagierter Autor, der in seinen Romanen schonungslos und spannend auf große Skandale der Schweiz hinweist. Hier schlägt er ein dunkles Kapitel der Nachkriegszeit, des Kalten Krieges und der Ära Mc Carthy auf.

Ein Kriminalroman aus der Schweiz – Lesenswert und packend mit seinem historischen Hintergrund.

 

Steffen Jacobsen – Trophäe

Stellen Sie sich vor: Sie sichten den Nachlass Ihres Vaters und müssen feststellen, dass er womöglich ein perfider Mörder ist.

Elisabeth Caspersen, Erbin eines dänischen Firmenimperiums will mit Hilfe des für seine diskrete Aufklärungsarbeit bekannten Privatdedektivs Michael Sander Licht ins Dunkel bringen. Das Erfolgshonorar ist hoch, Elisabeth bietet zusätzlich einen siebenstelligen Bonus an, Grund genug für Michael Sander seine Ermittlungen über die ganze Welt auszuweiten und sein Leben für die Lösung des Rätsels aufs Spiel zu setzen.

Begleiten Sie Michael Sander auf seinem Weg durch das Dickicht von perfiden Grausamkeiten, merkwürdigen Ereignissen, fesselnden Netzwerken, …

Eine spannende Erzählung, eine stimmige Handlung, eine Achterbahnfahrt für die Nerven –  Wirklich eine Trophäe für Ihr Bücherregal.

 

Maurizio de Giovanni – Das Krokodil

Ein strafversetzter Inspektor, eine schöne Staatanwältin, ein geheimnisvoller Mörder.

Ein fesselnder Roman und ein klug aufgebauter Krimi mit stetigem Spannungsaufbau bis zum mitreißenden Ende vor dem Hintergrund Neapels, der den Leser bis zur letzten Seite nicht loslässt.

Das Krokodil in freier Wildbahn ein lauernder Jäger – Das Krokodil in Neapel ein lauernder Mörder, der Taschentücher mit seinen Tränen am Tatort zurücklässt.

Es fällt schwer, den Roman aus der Hand zu legen, bevor das Ende erreicht ist. Einfach fesselnd.

 

Cay Rademacher – Der Trümmermörder

Ein Lokal-Krimi vor historischen Hintergrund nach einem wahren Fall!

Hamburg Winter 1947 unter britischer Verwaltung. Die Bevölkerung versucht in Zeiten der Not irgendwie zu überleben, trockenes Brot, gelegentlich ein Kartoffel und Kaffeeersatz. Ein Glückspilz ist, der eine Zigarette hat.

In der Trümmerwüste der zerstörten Stadt wird die nackte Leiche einer jungen Frau entdeckt. Verwertbare Spuren stehen Oberinspektor Stave nicht zur Verfügung. Ein Kollege von der Sitte und Lieutenant Mac Donald von der britischen Verwaltung werden ihm zu seiner Unterstützung beigestellt. Weitere Tote werden gefunden und die Ermittlungen werden zu einem Wettlauf mit dem grausamen Mörder.

Hamburger Kulisse, historische Einblicke in die Besatzungszeit, Staves Sorge um den in Russland vermissten Sohn und ein packender Kriminalfall  viele gute Gründe das Buch zu lesen.

Christof  Tielker

Ali Lewis – Es wird schon nicht das Ende der Welt sein

Daniel Dawson (13), genannt Danny, hat es nicht leicht auf der Farm seines Vater „Timber Creek“ im australischen Outback. Seit dem Unfall seines großen Bruders Johnny (15) und der Schwangerschaft seiner großen Schwester Sissy (14) ist im Hause der Dawsons alles auf den Kopf gestellt. Es fällt immer mehr Hausarbeit an, und da Sissy als Arbeitskraft wegfallen wird, entschließt sich die Familie dazu eine Rucksacktouristin als Hausmädchen einzustellen. Diese bringt den eh schon gebeutelten Haushalt aber noch weiter durcheinander, da sie mit dem rauen ländlichen Leben im Outback nicht vertraut ist.

Die Stimmung ist die meiste Zeit über eher bedrückt, denn der Tod des ältesten Kind liegt nach wie vor über der Rinderzuchtstation. Doch Danny findet einen Weg sich aus dem düsteren Alltagstrott, dem auf der Station jeder nachzugehen scheint, zu befreien: Er betreut, trainiert und verbringt am liebsten seine Zeit mit „Buzz“, seinem verwaisten Kamel, um die Zeit bis zum Viehauftrieb, dem Jahreshöhepunkt, herum zu kriegen. Dann endlich ist der große Tag da, und alles scheint wieder besser zu werden, doch auch der Viehauftrieb und die anhaltende Dürre stellen den Haushalt vor neue, große Probleme, denn darüber hinaus steht die Geburt eines neuen Familienmitglieds an und scheint Danny seinen letzten großen Viehauftrieb vor dem Internat auch noch zu vermiesen, denn so ziemlich alles läuft schief. Doch wie sein Vater immer so schön sagt: Auch das wird schon nicht das Ende der Welt sein – oder etwa doch?

Der Debütroman von Ali Lewis entstand nach ihrer Weltreise, die sie unter anderem auch nach Australien führte. Sie stellt daher die raue, wilde und auch teilweise etwas brutale Lebensweise in der Wüste des australischen Outbacks absolut echt dar. Das Jugendbuch ist zwar aufgrund der zu Anfang etwas düsteren Stimmung nicht unbedingt einfach zu lesen, vermittelt aber durchaus viel Wissen über das Leben im Outback und Schwierigkeiten auf einer solchen Rinderzuchtstation. Außerdem schreibt Ali Lewis aus der Sicht des 13-jährigen Danny, weshalb sich der jugendliche Leser durchaus in die Hauptperson hineindenken kann und alltägliche Dinge aus dem Familienleben mitbekommt, die auch in das Familienleben in unserer Gesellschaft übertragen werden können.

Begeistert hat mich der Debütroman von Ali Lewis zwar nicht von Anfang an, doch nachdem ich mich etwas auf das Buch eingestimmt hatte, kann ich es durchaus empfehlen, vor allem an Leser, die naturnahe Geschichten mit Abenteuercharakter und Wissenswertem über entfernte Länder und deren Kultur mögen.

Christof Tielker

Sarah Winman: „Als Gott ein Kaninchen war“

Ein wunderbares Buch! Voller Wärme und den hartnäckigen Glauben an die eigene Einzigartikeit – allen Widrigkeiten des Lebens trotzend.

Elly Portmann erzählt rückblickend die Geschichte ihrer Kindheit und Jugend, aufgewachsene in einer Familie, die nach ihren eigenen unkonventionellen Regeln lebt. Mit ihrem älteren Bruder Joe, ihr verlässlichster Verbündeter und Beschützer, erlebt Elly eine scheinbar behütete Kindheit zunächst in einer englischen Kleinstadt später auf einem Landsitz in Cornwall.  Hinter der glatten Fassade einer priviligierten Jugend gewährt Elly dem Leser Einblicke in die ganze Bandbreite der menschlichen Abgründe und Selbstzweifel. In ihrer Schulfreundin Jenny Penny findet Elly endlich einen Menschen, der genauso ungewöhnlich und sensibel ist wie sie. Trotz Trennung und unterschiedlichster Lebenswege bleiben Elly und Jenny innerlich verbunden, bis sie sich endlich, nach vielen Jahren, wiedersehen.

Eingebettet ist die Geschichte in reale Ereignisse, die ihren Höhepunkt in der Zerstörung der Twin Towers im September 2001 findet.

Erzählt wird aus der Sicht eines Kindes bis hin zu der jungen Frau von Mitte zwanzig, die immer noch unverbrüchlich an die Liebe, das Leben und die Freundschaft glaubt.

Katja Unger

 

David Nicholls – Ewig Zweiter

Der kurze Buchtitel „Ewig Zweiter“ sagt alles über das Leben von Stephen C. McQueen: Keine Freunde, kein beruflicher Erfolg und kaum Kontakt zu seiner 7-jährigen Tochter, die bei seiner Ex-Frau und ihrem neuen und absolut erfolgreichen Mann lebt. Ewig Zweiter eben.

Stephen scheint nicht nur vom Glück verlassen, sondern auch noch vom Pech verfolgt zu sein. Doch er ist sich sicher, das sein großer Durchbruch als Schauspieler kommen wird. Er hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, während er in einem Theaterstück in der Zweitbesetzungsrolle festhängt und darauf wartet, das der viel zu gesunde und viel zu erfolgreiche Hauptdarsteller vom Blitz oder etwas ähnlichem getroffen wird. Ewig Zweiter eben.

David Nicholls schafft es, diese eigentlich trostlose Situation mit einem solchen Witz zu untermalen, dass man beim Lesen laut auflachen muss. Stephen stolpert mit atemberaubender Geschwindigkeit von einer glücklosen Situation, ins nächste Fettnäpfchen, mit dem er sich wiederum unmöglich macht. Bei einer dieser zahlreichen und immer wieder urkomischen Möglichkeiten verliebt er sich auch noch ausgerechnet in die Frau des Mannes, den er im Notfall vertreten soll. Ewig Zweiter eben.

Das gesamte Buch über ist es David Nicholls gelungen, Witz, Gefühlschaos und Überraschung so zu vereinen, dass man sich gar nicht entscheiden kann, ob man vor Lachen zusammenbrechen oder zu Tränen gerührt sein soll. Darüber hinaus vermittelt Nicholls noch eine Menge Filmzitate und Alltägliches aus der Welt der Schauspielerei, was nicht nur für filminteressierte Leser lehrreich sein kann.

Ich selber kann nur sagen: Dieses Buch ist absolut lesenswert und von meiner Seite aus nur zu empfehlen. Ich war bis zuletzt gespannt auf das Ende und konnte zu keiner Zeit absehen, wie dieses Ende denn aussehen wird.

Ich bin begeistert von David Nicholls Roman „Ewig Zweiter“.

Christof Tielker

 

Jakob Arjouni – Cherryman jagt Mr. White

Ricki – oder auch „Ricki Spasti“, wie der 18-jährige Einzelgänger von der pöbelnden Störlitzer Raufboldvertretung des Heimatschutzes genannt wird, die ihn regelmäßig unter Druck setzt, lebt im dörflichen Störlitz in der Nähe von Berlin. Seine größten Träume sind eine Ausbildungsstelle, eine Freundin und seine selbstgezeichneten Comics. In denen jagt sein Superheld „Cherryman“ sämtliche seiner Gegner, die er aus dem echten Leben übernimmt.

Zunächst holen seine Träume die Wirklichkeit ein: Unter etwas dubiosen Umständen bekommt Ricki eine Lehrstelle in einer Gärtnerei, allerdings gebunden an eine Bedingung, die große Auswirkungen haben wird. Auf diesem Weg lernt er sogar ein Mädchen kennen, in das er sich verliebt. Alles scheint perfekt zu sein, Ricki ist glücklich.

Aber ohne das Ricki sich wirklich dagegen wehren kann, rutscht er in die braune Szene Ostdeutschlands ab und weiß sich nach einiger nur noch in seinen Comics, die für seine Träume stehen, zu helfen. „Cherryman“ kämpft sich dort immer wieder frei aus dem braunen Sumpf, in dem Ricki alias „Cherryman“ feststeckt. Dann holt die Wirklichkeit die Träume ein und Ricki begeht einen folgenschweren Fehler, der sein Leben komplett verändert.

In dem Roman „Cherryman jagt Mr. White“ greift Jakob Arjouni ein absolut aktuelles Thema auf und vermittelt hautnah wie es jugendlichen Einsteigern in der rechten Szene ergeht. Man kann die Gewissenskonflikte der Hauptperson regelrecht spüren und fühlt mit Ricki mit. Jakob Arjouni lässt Ricki in diesem Buch Berichte für seinen Kriminalpsychologen schreiben, so dass der Leser von Anfang an weiß das am Ende etwas Schlimmes passiert. Dies baut Spannung auf und erhält diese auch bis zum Ende des Buches, da die Neugier, was genau passieren wird, nie schwindet und der Autor kaum Andeutungen preisgibt, obwohl die Berichte für den Kriminalpsychologen ja Vergangenes aufarbeiten. Am Ende stellt Arjouni durch seinen Roman eine abschließende Frage: Wie weit ist Gewalt geeignet, um sich selbst und seine Familie und Freunde zu schützen?

Der Roman „Cherryman jagt Mr. White“ hat mich durchaus begeistert und gefesselt, auch wenn er nur 168 Seiten dick ist. Die Story steht auf diesen 168 Seiten nie still und lässt sich sehr gut lesen, regt zum Nachdenken an und behandelt ein Thema, das nicht nur in der Politik in aller Munde ist.

Ich kann Jakob Arjounis Roman nur empfehlen.

Christof Tielker

 

Maria Ernestam: Das verborgene Haus

Viola, ihr Mann Axel und die (ihre) beiden Töchter verbringen die Osterferien in einem Ferienhaus an der stürmischen und verregneten schwedischen Küste. In der Nähe des Ferienhauses befindet sich auch die Altersresidenz, in der Axels Mutter, an Alzheimer erkrankt, untergebracht ist.

Seit Axel seine schwere Nierenerkrankung vor einigen Monaten überwunden hat, ist er nicht mehr der Selbe. Auch die Idee statt in das sonnige Italien zu reisen und in ein Ferienhaus in der Nähe seiner Mutter zu gehen, war allein die seinige. Wobei es ihm weniger um seine Mutter ging als um das Geld, das er mit dieser Reise sparte.

Beim ersten Besuch der Mutter erkennt diese ihren Sohn nicht, jedoch Viola. Um nicht noch mehr Zorn ihres Mannes auf sich zu ziehen, lässt Viola die beiden allein. Ganz einsam und den Tränen nahe wird sie von Lea angesprochen. Lea erzählt aus ihrem Leben als Missionarin in China und zieht Viola mit den Geschichten in ihren Bann. In den folgenden Tagen kommen sich die beiden Frauen näher. Je näher Viola Lea kommt, desto mehr entfernt sie sich ihren Mann. Bis sie etwas über Axel herausfindet, was er ihr verschwiegen hat.

„Das verborgene Haus“ ist eine einfühlsame Geschichte einer Frau, die sich auf einem Scheideweg befindet. Ihr innerer Kampf zwischen Liebe zu ihrem Mann und das Gefühl der vollkommenen Einsamkeit beherrscht die Grundstimmung. Leas Erzählungen und Kurzgeschichten integrieren sich harmonisch in das Geschehen und verleihen dem Buch einen Tiefgang. Ein durchaus zu empfehlendes Buch, das sich von anderen Frauenromanen abhebt.

Martina Maeder

 

Sharon Bolton: Dunkle Gebete

Die Opfer sind unschuldige Frauen. Der Killer ist ein Phantom. Und die Ermittlerin hat mehr als nur ein Geheimnis. DC Lacey Flint ist eine junge Londoner Ermittlerin mit undurchsichtiger Vergangenheit und einem morbiden Interesse an Serienkillern. Mit einem echten Mord hatte sie bisher allerdings nie zu tun – bis jetzt, da eine aus zahlreichen Stichwunden blutende Frau an der Tür von Laceys Wagen lehnt und in ihren Armen stirbt. Lacey wird zunächst nur als Zeugin vernommen, doch bald wird klar, dass sie in dem Fall eine ganz besondere Rolle spielt: Ein blutiger Bekennerbrief ist unmissverständlich an sie adressiert. Unversehens findet sich Lacey im Mittelpunkt einer Mordserie, die in einem besonderen Zusammenhang mit ihr selbst stehen muss. Doch wie findet man einen Killer, der sich einen nie gefassten Serienmörder zum Vorbild genommen hat?

Sharon Bolton schafft es wieder mal, schon auf den ersten Seiten eine Spannung zu erzeugen, die nicht los lässt. Genau der richtige Roman für dieses bescheidene Wetter. Es gibt kaum etwas Besseres als an einem verregneten Sonntag auf dem Sofa zu liegen und mal wieder einen Sharon Bolton zu lesen.

Ich bin schon bei ihrem ersten Buch –Todesopfer– begeistert gewesen und ihr vierter Roman  ist ebenso brillant.

 Martina Maeder

 

Max Brentow: Der Federmann

Der Berliner Kommissar Nils Trojan ist kein Normaler Kommissar. Immer wieder wird er von Angstattacken geplagt, die ihn vollkommen außer Gefecht setzen. Deshalb geht Nils Trojan auch zu einer privaten Psychologin, damit niemand auf dem Revier es mitkriegt und ihn für einen Schwächling hält.

Ansonsten entspricht Trojan jedem Klischee eines Polizisten. Er ist geschieden und hat eine Tochter, die ihn ab und zu besucht.

Noch kann Trojan sich seinen eigenen Problemen beschäftigen, bis er eines Tages zu einem Schauplatz eines Mordes gerufen wird. In einer Wohnung wurde eine Frau aufgefunden, die entsetzlich zugerichtet wurde. Sie hat unzählige Schnitt- und Stichwunden, ihr schönes langes blondes Haar ist in Fetzen ausgeschnitten und ausgerissen. Außerdem da wo ihre Augen sein sollten, befinden sich nur zwei dunkle Höllen. Außergewöhnlich ist ein toter, zerquetschter Vogel, der auf dem Bauch der Frau liegt.

Als die Ermittlungen zu dem Mord aufgenommen werden, wird eine zweite entstellte Frauenleiche mit einem toten Vogel aufgefunden. Jetzt wird es klar, dass es sich um einen Serienkiller handelt, den man schnell fassen muss, um weitere Leichen zu vermeiden.

„Der Federmann“ ist ein äußerst spannender Psychothriller. Das Besondere an diesem Buch ist der Wechsel der Perspektiven zwischen Täter, Opfer und Ermittler, so dass man das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. Auch die menschlichen Züge des Kommissars ermöglichen dem Leser, sich tief in die Geschichte zu versetzen. Erhöhter Puls ist garantiert….

Martina Maeder

 

Weiterhin empfehlen wir folgende Neuerscheinungen:

 

Frank Goosen: Sommerfest

Ein Buch für alle Ruhrpott-Fans und begeisterte Besucher des Stillebens auf der A40 im Sommer 2010. Ein nicht enden wollendes Déjà-vu der eigenen Kindheit im Ruhrgebiet der 60iger, 70iger und 80iger Jahre. Eine Liebesgeschichte mit Hindernissen, gewachsen aus einer Kindheit und Jugend mitten im Herzen des Ruhrpotts – hart aber herzlich, offen und rau, eben genauso wie ihre Menschen.

Jockel Tschiersch: Rita und die Zärtlichkeit der Planierraupe

Ein Roadmovie zwischen Allgäu und Ostsee. Bayrische Sturheit und Gradlinigkeit trifft auf ostdeutsche Cleverness und Hartnäckigkeit. Zwei Menschen wie sie unterschiedlicher nicht sein können, lernen sich bei einem Planierraupenwettbewerb kennen, der urbayrische, behäbige Ewald Fricker mit seiner über alles geliebten Planierraupe, mit der er von einem Sieg im Präzisions-Planieren an der Ostsee träumt und Rita Zieschke aus Meck-Po, die rechte Hand und Geliebte des Kiesgrubenbesitzers Karl Zwerger. Eine Verfolgungsjad quer durch Deutschland- Planierraupe gegen Porsche- zwingt die Beiden, sich kennenzulernen. Locker leichte Lektüre. Mit bayrischem Witz und ostdeutscher Schlagfertigkeit gewürzte Geschichte.

Belinda Bauer: Der Beschützer

Wer Inspector Barnaby liebt, wird auch dieses Buch lieben. Ein Thriller im besten britischen Stil. Der Dorfpolizist Jonas Holly muss miterleben wie trotz all seiner Bemühungen, die Bewohner einer kleinen englischen Ortschaft von einer Mordserie heimgesucht werden, die scheinbar in keinem Zusammenhang zueinander stehen. Ein nicht enden wollender Alptraum für ihn und die Menschen, die er zu beschützen versucht. Brilliant geschrieben, so dass sich die Spannung bis zum Schluss und darüberhinaus aufbaut. Ein Ende, das die Phantasie des Lesers reizt und leises Unbehagen hervorruft.

Kurzrezensionen: Katja Unger